Was kann der Tod uns lehren?

„Was für ein herrliches Leben hatte ich! Ich wünschte nur, ich hätte es früher bemerkt.“
(Colette)

Für viele Menschen ist der Tod ein schweres Thema, mit dem Sie sich nicht weiter beschäftigen möchten. Das Auseinandersetzten mit unserer Endlichkeit macht vielen Angst. Nicht wissen was und ob etwas danach kommt…ins Nichts gehen? Die Vorstellung einen geliebten Menschen zu verlieren, allein zurück zu bleiben, Schmerz und Trauer, all dies möchten wir uns heute und jetzt nicht anschauen.

Was aber, wenn das Leben Dir keine andere Wahl lässt? Verschließt Du weiterhin Deine Augen, lenkst dich mit ganz viel Arbeit oder anderen Dingen ab, oder schaust Du hin und erkennt vielleicht, das der Tod auch Möglichkeiten bietet unsere Leben zu überdenken, es neu wahrzunehmen, zu verändern und zu lernen?

Ich wurde gezwungen hinzuschauen, ich erlebte im letzten Jahr eine sehr intensive Zeit, in der ich mich mit Krankheit, Sterben, Tod und Trauer auseinandersetzen musste. Das Leid und der Verlust meines geliebten Papas forderte mich heraus. Ich lernte mit dieser schwierigen Situation immer wieder aufs Neue umzugehen, loszulassen und trotz des Schmerzes die schönen Dinge nicht aus den Augen zu verlieren, jedem Tag offen zu begegnen und zu leben. Ich lernte zu lassen, was ich nicht ändern kann, erkannte dabei meine Glaubenssätze, Blockaden und Ängste und stellte mich ihnen. Die Gefühle, die dabei entstanden, brauchten Zeit und Raum, wollten verarbeitet werden. Meine Wahrnehmung konnte sich nochmals auf ganz besondere Weise verändern, als mein Papa in ein Hospiz verlegt wurde. Der selbstverständliche und würdevolle Umgang mit Sterbenden und dem Tod bewegte mich sehr, er nahm mir viel Druck und brachte Frieden.

Der Tod gehört zu unserem Leben. Auch zu meinem und zu Deinem. Es wird immer wieder darum gehen loszulassen und wenn wir es zulassen kann auch der Tod uns was lehren.

Mich hat er vieles gelehrt – mir wurde soviel bewusst, auch hat er mir den Weg zu Neuem gezeigt. Aus einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit heraus, habe ich mich entschlossen, meinen Weg durch den Bereich Hospiz- und Trauerbegleitung zu erweitern.

Der Tod hält einiges an Erkenntnissen für uns bereit. Wenn Du möchtest, kannst auch Du mal näher hinschauen, ob es heute für Dich etwas zu erkennen gibt. Stell Dir doch mal vor, wie Du über Dein Leben denken würdest, wenn Du an Deinem Lebensende stehen würdest. Wenn Du möchtest mache Dir Notizen.

  • Was würdest Du wirklich bereuen? Welche Dinge hättest Du gerne noch getan?
  • Worauf wärst Du stolz? Was hast Du in Deinem Leben richtig gut gemacht?
  • Gibt es einen ganz tiefen Wunsch, den Du Dich nicht getraut hast zu verwirklichen?
  • Hättest Du Dich gerne noch bei jemanden entschuldigt? Gibt es noch etwas zu klären?
  • Hast Du Dein Leben so gelebt, wie Du es wirklich wolltest, oder hast Du Dich immer nach anderen gerichtet?

Was kannst Du beim Beantworten dieser Fragen für Dich erkennen und daraus lernen? Gibt es Dinge die Du gerne loslassen würdest? Vielleicht ist Dir etwas klar geworden oder Du spürst eine Lebendigkeit in Dir? Werde Dir all diesem bewusst und tue mehr von den Dingen, die Dich stolz und glücklich machen.

In diesem Sinne

Lebe Dein Leben, jeden Tag!

Herzlichste Grüße

Silvia Haugg

PS.: Du benötigst Hilfe beim Loslassen, beim Umgang mit schwierigen Situationen, oder beim Umsetzten Deiner Wünsche? Gerne unterstütze ich Dich dabei. In einem kostenlosen Kennenlerngespräch (ca. 30 min) kannst Du mich und meine Arbeit kennenlernen.

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