Gefühle zulassen – auch wenn es weh tut!?

„Du kannst Deine Gefühle verdrängen, verschwinden werden sie dadurch nicht.“

Gefühle zulassen – auch wenn es weh tut!?

So viele Gefühle!

Lange habe ich überlegt, ob ich diesen Beitrag veröffentliche. Lange habe ich mich gefragt, ob ich meine Gefühle so öffentlich mitteilen darf und möchte.
Du siehst, ich habe mich für ein ja entschieden.
Vielleicht geht es Dir auch so oder ähnlich und es ist Dir eine Hilfe zu wissen, dass es anderen auch so geht.

Aus diesem Grund möchte ich heute über meine Gefühle schreiben. Über meine Gefühle als mein Papa starb. Nicht nur über meine Trauer, nein über alle Gefühle die da waren. Denn es waren nicht wenige, es waren so viele, die mich überwältigt haben.

Ich hatte lange Zeit, mich auf den Tag X vorzubereiten. Ich habe mich oft gesehen in meiner Trauer. Wie wird es sein, wenn er wirklich nicht mehr da ist?
Doch damit hatte ich nicht gerechnet, ich wusste nicht, dass ich so viele Gefühle auf einmal haben und fühlen kann.

Trauer, Schmerz, Erleichterung, Erschöpfung und Müdigkeit, Verlust, Leere, Frieden, Liebe
und diese ganz, ganz tiefe, große Dankbarkeit.

Trauer und Schmerz, mein Papa ist gestorben, ich kann es nicht beschreiben;
Erleichterung darüber, dass wir nun alle wieder zur Ruhe kommen können;
Erschöpfung, ich war plötzlich so unendlich müde, von der Anstrengung des Jahres, dieses ständige auf und ab zwischen hoffen und bangen;
Verlust und Leere, ein wichtiger Mensch in meinem Leben ist nicht mehr da, unvorstellbar;
Diese Stille, dieser Frieden, trotz Trauer und Schmerz;
Dankbar für diese Zeit die wir trotz allem noch gemeinsam hatten, für die Momente in denen wir gemeinsam gelacht und geweint haben, für alle Gespräche und Diskussionen, für die Menschen die ich im Hospiz kennenlernen durfte, für das was ich in dieser Zeit für mich lernen durfte, für die Möglichkeit dem Tod in einem Hospiz, einem Ort voller Frieden, begegnen zu dürfen und ihn als das wahrzunehmen was er nun mal ist – unumgänglich.

Ich kann das nicht wirklich beschreiben, so viele Emotionen, die doch „eigentlich“ nicht zusammenpassen. Wie kann man Trauer und Schmerz und gleichzeitig Frieden empfinden?
Ich weiß es nicht. Doch sie waren da und ich habe sie angenommen und zugelassen.

 

Wie gehst Du mit Deinen Gefühlen um?

Hauptsächlich mit Deinen negativen Gefühlen?

Lässt Du sie zu, kannst Du sie da sein lassen, oder neigst Du eher dazu sie zu verdrängen und sie mit irgendwelchen Aktivitäten zu überdeckeln? Kannst du Deinen Schmerz wirklich wegdrücken? Vielleicht scheint es für Dich besser aushaltbar, doch – er bleibt.

Wie ist das mit Deinen positiven Gefühlen?

Hast Du diese schon einmal beobachtet? Sie kommen, unterschiedlich in ihrer Intensität, Du durchlebst sie und sie gehen wieder. Du kannst sie nicht festhalten, sie fließen einfach durch Dich durch. Hier stellt sich gar nicht die Frage, ob Du sie haben möchtest oder nicht.

Erlaube dies auch Deinen negativen Emotionen.

Auch sie wollen gefühlt werden, durchfließen und wieder gehen. Ich weiß, es ist nicht einfach, diesen Schmerz auszuhalten, er tut nun mal weh. Doch er wird sich verändern, so wie die positiven Gefühle es auch tun.
Nun fragst Du Dich: Wenn ich es aushalte, was ist dann morgen??? – Gefühle kommen und gehen; Sie verändern sich und sie verlieren mit der Zeit an Kraft.
Alles braucht seine Zeit, jeder Mensch darf sich die Zeit nehmen, die er braucht. Hier gibt es kein falsch oder richtig. Jeder Mensch hat ein Recht auf seine Gefühle und manchmal dauert es eben lange bis alle Gefühle gefühlt und gelebt wurden. Doch dann darf auch wieder Frieden einkehren.

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Deine Gefühle annehmen kannst und auch bei Dir wieder Frieden einkehren wird.

Herzlichste Grüße

Silvia Haugg

PS.: Du benötigst Hilfe beim Umgang mit Deinen Gefühlen? Gerne bin ich für Dich da. In einem kostenlosen Kennenlerngespräch (ca. 30 min) kannst Du mich und meine Arbeit kennenlernen.

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